Historische Daten

Historische Daten

Einige wichtige historische Daten
1879
Einige Bürger aus Ötisheim fanden sich zusammen, die gemeinsam musizieren wollten. Aus unterschiedlichen Gründen, u.a. weil keine Instrumente beschafft werden konnten, gelang es nicht, eine Kapelle zu gründen. Die Spuren verloren sich wieder.
1894 Um 1890 wurde ein weiterer Anlauf genommen, der dann zum Ziel führte: eine Blaskapelle wurde gegründet Schriftliche Unterlagen hierzu sind nur spärlich vorhanden. Aus Sicherheitsgründen wurde das Gemeindearchiv in den letzten Kriegstagen des zweiten Weltkrieges nach Vaihingen/Enz, dem damaligen Oberamt, verbracht. Dort verbrannten alle Unterlagen, während das Ötisheimer Rathaus unversehrt blieb.

Der erste, schriftlich belegbare Auftritt der Kapelle ist im "Bürgerfreund", das damalige Amtsblatt zu lesen. Dort wird zu einem Waldfest des Turnvereins unter Mitwirkung der Ötisheimer Blaskapelle eingeladen

1914 Große Lücken riss der 1. Weltkrieg, der die Kapelle fast vor ein Nicht stellt. Erst mit den beginnenden 20er Jahren war ein kräftiger Aufschwung zu erkennen.
1924 Aus der Blaskapelle wurde der heutige Musikverein. Man hatte einen Dirigenten, eine ordentliche Vereinsverwaltung wurde gewählt und im Gegensatz zu früher gab es auch passiver Mitglieder, 58 an der Zahl. Der Verein erreichte beachtliches Niveau. Die Inflation jedoch bereitete erhebliche Schwierigkeiten.
1926 Die örtliche Streichmusik trat dem Musikverein bei. Es entfaltete sich eine rege musikalische Tätigkeit in Form von Konzerten, Unterhaltungs- und Familienabenden, auch über die Ortsgrenzen hinaus in den Nachbargemeinden.
1929 Der Musikverein wird als "e. V." ins Vereinsregister in Maulbronn eingetragen.
1939 Die unheilvollen Kriegsjahre brachten das Vereinsleben zum Erliegen, zahlreiche Musiker kehrten nicht mehr nach Hause zurück. Kontinuierliche Aufzeichnungen wurden nicht mehr gemacht.
1946 14 Mann waren es, die im Mai1946, zunächst unregelmäßig die Probenarbeit wieder aufnahmen. Nach und nach kehrten vereinzelt Musiker aus der Kriegsgefangenschaft zurück.
1947 Bereits im September konnte der Verein nach Genehmigung durch die Alliierte Militärregierung, großartig von der Ötisheimer Bevölkerung unterstützt, das erste Kinderfest im Ort durchführen. Der Chronist vermerkte: "Jedes Kind erhielt eine Brezel und, man staune, eine Knackwurst".
1950 Gründung eines Akkordeonorchesters. Einige Musikinteressierte gründeten ein Akkordeonorchester, in dem auch Frauen mitwirkten. Die Konzentration auf die allgemeine Aufbauarbeit nach dem Krieg war es, die das angegliederte Streichorchester und nach einigen Jahren auch das Akkordeonorchester wieder einschlafen lies. Der Verein konzentrierte sich ausschließlich und erfolgreich auf die Blasmusik.
1954 Verbunden mit dem Bezirksmusikfest feierte der Musikverein Ötisheim sein 60jähriges Jubiläum mit einem 4tätigen Fest. Diese ungewöhnliche Jubiläumszahl ist den Kriegsereignissen geschuldet, denn beim 50jährigen Bestehen gab es nichts zu feiern.
1969 Der Verein entwickelte sich sehr gut, veranstaltete Konzerte, Abendunterhaltungen, führte Auswärtsbesuche durch, nahm erfolgreich an Wertungsspielen teil und hat sich zu einer festen Größe im Ort, aber auch im Musikerbezirk entwickelt. Mit einem Kreismusikfest mit Wertungsspiel wurde das 75-jährige Bestehen des Vereins gefeiert, das ebenfalls 4 Tage einschließlich Kinderfest dauerte.
1992 Ab Januar 1992 verpflichtete der Verein Peter Esser als Dirigent. Dieser Wechsel brachte neuen Schwung in die Kapelle und man nahm erstmals wieder seit langen Jahren erfolgreich an einem Wertungsspiel teil.
1994 Dem Verein wird die "Pro-Musika-Plakette" durch den damaligen Bundespräsidenten von Weizsäcker verliehen Im Juni desselben Jahres feiert der MV sein 100-jähriges Vereinsjubiläum mit einen Jubiläumskonzert und dem Kreisverbandsmusikfest der Kreisverbandes Pforzheim-Enz.
2000 Der Musikverein verpflichtet Gerhard Bauer als Dirigent und stellt unter ihm die Jugendarbeit auf neue Grundlagen.
2005 Erstmals wagt sich der Verein an ein umfangreiches musikalisches Projekt heran: die Aufführung eines Musicals. Ein Projektchor mit über 100 Sängerinnen und Sängern, bestehend aus dem Unterstufenchor des Theodor-Heuss-Gymnasiums Mühlacker, interessierten Frauen aus Ötisheim und Kindern aus dem Verein, mit 2 Gesangssolisten, einer Rapper-Gruppe, einem Erzähler und dem Blasorchester des Musikverein führten das Musical "Freude" auf. Die Resonanz war so groß, dass eine zweite Aufführung eingeschoben werden musste und beide vollständig ausverkauft waren.

Mit einer Sommerserenade auf dem Pfleghofplatz Ötisheim in der Ortsmitte als Freiluftkonzert und einem Konzertabend "Aizemer Classics" tritt der Musikverein jährlich mit zwei bedeutenden und musikalisch wertvollen Konzerten an die Öffentlichkeit. Jeweils im Frühjahr findet, wenn es der Terminplan zulässt, ein Jugendkonzert statt, bei dem sich alle musizierenden Gruppen des Vereins öffentlich präsentieren.

2009 In der Region bislang einmalig, startet ein Kooperationsprojekt der hiesigen Henri-Arnaud-Schule mit dem Musikverein, gleich mit zwei Bläserklassen, eine im Januar 2009 und die zweite im Oktober 2009. Nach kurzer Zeit konnten die jeweils 20 Kinder umfassenden Klassen ihre ersten Auftritte absolvieren.
2010 Das Jahr steht im Zeichen des 10-jährigen Dirigentenjubiläums von Gerhard Bauer. Im Rahmen des Jugendkonzertes wird das musikalische Märchen "Peter und der Wolf" in der Erlentalhalle aufgeführt. Als Erzähler hat sich der Bürgermeister der Gemeinde, Werner Henle, in die Aufführung eingebracht.

Ebenfalls im Jubiläumsjahr wagte sich das Orchester an ein weiteres, sehr interessantes Projekt:die Aufführung der Oper „La Traviata“ von Giuseppe Verdi in der Fassung für Blasorchester zusammen Profisängern. Die Aufführung fand im Rahmen des jährlichen Classic-Konzertes in der Erlentalhalle statt und wurde eine Woche später in Eisingen mit den Musikfreunden nochmals aufgeführt.

2012

Nach über 50 Jahren in der Vereinsleitung, davon 37 Jahre als Schriftführer und 13 Jahre als 1. Vorsitzender übergab Rainer Schmid die Führung des Vereins an Harald Bender. In seine Zeit für den Musikverein fielen wichtige Veranstaltungen wie zwei große Jubiläumsfeste (1969: 75jähriges und 1994 100jähriges Vereinsjubiläum, jeweils mit Kreismusikfest) sowie zahlreiche wertvolle Konzerte, die Neuaufstellung der Jugendausbildung und die Einrichtung von Bläserklassen im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der örtlichen Schule.